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Ein strenger iranischer Richter muss selbst vor Gericht

Zurück zur Übersicht 30.04.2018

 

 

Ende langer Suche nach ultrakonservativem Juristen. Jugendliche hatten ihn auf "Wanted"-Postern abgebildet

 

Ende langer Suche nach ultrakonservativem Juristen. Jugendliche hatten ihn auf "Wanted"-Postern abgebildet

Er ist verhaftet" titelten die meisten Zeitungen im Iran, und es war sofort klar, wer gemeint war: Said Mortazavi, berüchtigter Staatsanwalt und Richter, der mehr als 250 Journalisten hat verhaften lassen und der beschuldigt wird, am Tod mehrerer Gefangener im Evin-Gefängnis und im Internierungslager Kahrizak beteiligt gewesen zu sein.

In den Städten des Iran hatten Jugendliche zuvor sein Bild mit der Aufschrift "wanted" aufgehängt. Sie fragten sich, wieso der Geheimdienst nicht in der Lage sei, einen Richter zu finden. Schließlich tauchte Mortazavi dann auf: in einem Haus am Kaspischen Meer.

Abgehoben hatte die Karriere des heute 51-Jährigen in der Ära des Reformer-Präsidenten Mohammad Khatami, als dieKonservativen Reformer unter Druck setzen wollten. Damals verbot er über 170 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von mehreren Millionen.

Der Jurist verrechnet sich

Versuche, ihn zu stoppen, scheiterten. Im Gegenteil, er wurde sogar mehrmals vom religiösen Führer Ayatollah Ali Khamenei in Schutz genommen, indem dieser die Zeitungen als "Vorhut des Feindes" bezeichnete. Mortazavi veranlasste etwa auch die Verhaftung der iranisch-kanadischen Journalistin Zahra Kazemi, die später im berüchtigten Evin-Gefängnis starb – unter Bedingungen, die nie aufgeklärt wurden.

Der Jurist fühlte sich am Ende so mächtig, dass er sogar dem damaligen Regierungschef Mahmud Ahmadinejad einst eine Tonbandaufnahme zugespielte, auf der ein Bruder des Parlamentspräsidenten Ali Larijani ihm Unterstützung anbietet, falls er sich bei seinen Geschäften behilflich zeige.

Steigender Druck

Kurz nach Amtsantritt Hassan Rohanis wurde er gegen den Widerstand der Ultrakonservativen dann aber aller Ämter enthoben. Unter Druck wurde er schließlich zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt, war aber zunächst nicht auffindbar.

Mehr auf: derstandard.at

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