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Asylpolitik in Australien: "Kaum jemand will über Nauru und Manus Island reden
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01.08.2016

Filmemacherin Eva Orner hat es geschafft, Filmmaterial aus den umstrittenen Internierungslagern zu publizieren. Das ist eigentlich verboten

 

Die 2001 eingeführte sogenannte Pazifische Lösung scheidet die Geister. Die einen kritisieren sie als unmenschlich. Andere, wie Österreichs Außenminister Sebastian Kurz, halten Australiens strikte Asylpolitik hingegen für effizient. Dabei werden Bootsflüchtlinge in Internierungslager in dem Inselstaat Nauru und auf die zu Papua-Neuguinea gehörende Insel Manus gebracht.

Die Bedingungen dort sollen schrecklich sein, das sagen zumindest jene NGOs, die anfangs Zutritt bekommen haben. Mittlerweile lässt Canberra aber kaum noch Informationen dazu nach außen dringen. Die australische Filmemacherin Eva Orner hat es nun geschafft, für ihre Doku "Chasing Asylum" Filmmaterial aus den Lagern zu erhalten und mit Menschen zu reden, die dort gearbeitet haben.

STANDARD: Waren Sie überrascht, dass Sie, 15 Jahre nach dem Start der "Pazifischen Lösung", die Erste sind, die einen Film über Nauru und Manus Island dreht?

Orner: Als sich 2001 die "Tampa-Affäre" (siehe Wissen unten; Anm.) ereignete und sich dadurch die "Pazifische Lösung" ergab, war ich schockiert. Und hätte man mir damals gesagt, dass es sie 15 Jahre später immer noch gibt, hätte ich es nicht geglaubt. Ich dachte, das wird bald wieder abgeschafft. 2013, als Tony Abbott Premierminister wurde, war seine Kampagne gegen Flüchtlinge sehr hässlich. Ich dachte lange, irgendwer wird schon diesen Film drehen. Irgendwann sagte ich mir: Dann mach ich es halt selbst.

STANDARD: Haben Sie diese Entscheidung je bereut?

Orner: Ich habe schon einige Filme über schwierige Themen gedreht, aber das war der schwierigste. Mitten in den Dreharbeiten dachte ich mir: Man kann diesen Film nicht machen. Er handelt von Orten, die man nicht betreten darf, und über die jene, die dort waren, nicht reden dürfen. Und dann wurde im Juli 2015 auch noch der Border Force Act verabschiedet. Demnach drohen jenen, die über das Geschehen in Nauru und Manus Island reden, bis zu zwei Jahre Haft. In meinem Film sprechen Leute, die dort gearbeitet haben, aber genau darüber, und ich zeige Filmmaterial aus den Lagern. Wir alle können also im Gefängnis landen.

Mehr auf: derstandard.at

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