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70 von 71 Toten sind drei Monate nach dem Flüchtlingsdrama im Burgenland identifiziert.
Zurück zur Übersicht 27.11.2015 Burs

Der österreichische Teil der Ermittlungen ist weitestgehend abgeschlossen
Laut Doskozil handelte es sich bei den Flüchtlingen um 29 Iraker, 21 Afghanen, 15 Syrer und fünf Iraner.

Drei Monate nach dem an der A4 im Burgenland entdeckten Flüchtlingsdrama sind 69 der 71 Toten identifiziert. In einem Fall erwarte man noch DNA-Vergleichsmaterial aus dem Irak, man glaube aber, zu wissen, wer dieser Mensch sei, sagte Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Der Großteil der in einem Kühl-Lkw erstickten Menschen stammte demnach aus dem Irak.

Laut Doskozil handelte es sich bei den Flüchtlingen um 29 Iraker, 21 Afghanen, 15 Syrer und fünf Iraner. Unter den Toten habe sich auch eine sechsköpfige Familie aus Afghanistan - Vater und Mutter mit drei Kindern und einem Cousin - befunden, schilderte der Polizeichef. Zwei weitere Familien aus Afghanistan und Syrien starben ebenfalls in dem Kühl-Lkw. Auch einige Verwandtschaftsverhältnisse wurden festgestellt. Bei 44 Opfern führte DNA-Vergleichsmaterial zum Erfolg, 21 Personen wurden durch Fingerabdrücke identifiziert.

15 Tote in Österreich bestattet

Die meisten der Toten sind nach Angaben Doskozils in ihre Herkunftsländer überführt worden. Fünf Leichname befinden sich noch in der Gerichtsmedizin in Wien. Drei von ihnen sollen demnächst überführt werden. 15 Menschen seien in Österreich bestattet worden, sagte der Landespolizeidirektor.

Nach der raschen Ausforschung der mutmaßlichen Täter ist das Strafverfahren mittlerweile an Ungarn abgetreten worden, da davon auszugehen ist, dass die Flüchtlinge auf ungarischem Staatsgebiet erstickt sind. Der Lkw war am Vormittag des 27. August in einer Pannenbucht der A4 im Bezirk Neusiedl am See entdeckt worden. Die Menschen darin - 59 Männer, acht Frauen und vier Kinder - sind vermutlich am Vortag gestorben. Vier Bulgaren und ein Afghane befinden sich in Ungarn in U-Haft.

Der österreichische Teil der Ermittlungen ist damit weitestgehend abgeschlossen, betonte Johann Fuchs, Leiter der Staatsanwaltschaft Eisenstadt. Man werde aber weiter Strukturerhebungen durchführen: "Es geht um die Hintergründe der Tätergruppe."

"Ein symbolischer Fall"

Der 27. August mit dem Fall der 71 Toten werde in der Kriminalgeschichte und in der Geschichte der Landespolizeidirektion Burgenland "ein symbolischer Fall" bleiben, meinte Doskozil. So schrecklich dieser Fall sei, so hoffe er, dass er angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation nicht in Vergessenheit gerate.

Mehr auf: diepresse.com

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